600 PS starker GT-R ist startbereit

April 23rd, 2009 von Tino Güttler

VIER TESTEINSÄTZE IN DER FIA GT-MEISTERSCHAFT

  • Feuertaufe am 3. Mai mit Michael Krumm/Darren Turner in Silverstone
  • Brandneuer GT-Renner entspricht schon dem künftigen GT-Reglement
  • Ab 2010 Verkauf an Kundenteams für den Einsatz in neuer FIA-GT-Weltmeisterschaft

Am ersten Mai-Sonntag beginnt im britischen Silverstone eine neue Ära in der Geschichte von Nissan Motorsport. Dann nimmt ein brandneu aufgebauter Werks-GT-R zum Auftakt der neuen FIA-GT-Saison die ersten offiziellen Rennkilometer unter seine Räder. Hinter dem Steuer des 600 PS starken Wagens sitzen mit NISMO-Werkspilot Michael Krumm und dem zweifachen GT-1-Sieger der 24 Stunden von Le Mans, Darren Turner, zwei extrem erfahrene Piloten. Ihre Expertise ist für Nissan sehr wertvoll, sollen doch beide bei diesem und drei weiteren Rennen – darunter Oschersleben am 21. Juni und Spa-Francorchamps (24 Stunden) am 25./26. Juli – im direkten Konkurrenzvergleich möglichst viele Erfahrungen sammeln. Die dann in ein Auto münden, mit dem Kundenteams die ab 2010 zu einer FIA-Weltmeisterschaft aufgewertete Serie erfolgreich bestreiten können. Weil Nissan 2009 nicht die komplette Saison bestreiten wird und der GT-R bereits dem 2010er-Reglement entspricht, treten Krumm/Turner bei den vier Testeinsätzen außer Konkurrenz an.

Michael Krumm, zuvor zehn Jahre lang für Nissan überwiegend in Japan unterwegs, verlegt für 2009 seinen Schwerpunkt zurück nach Europa. „Zum ersten Mal seit der Saison 1998, in der ich auf einem Nissan Primera die deutsche Tourenwagen-Meisterschaft bestritt, werde ich kein Rennen in Japan fahren. Ich hoffe meine vielen japanischen Fans werden es mir nachsehen“, sagt der 39jährige gebürtige Schwabe mit Wohnsitz Monaco. „Dafür treffe ich hier auf die gleichen NISMO-Teammitglieder, die ich schon seit vielen Jahren von den Rennstrecken in Japan kenne. Und es ist schön, nach unzähligen Runden in Suzuka oder Fuji wieder neue Rennpisten kennenzulernen.“

119 Runden problemlose Runden in Paul Ricard
Den noch taufrischen GT-R hat Krumm bei Testfahrten in Paul Ricard und auf dem neuen Kurs an der portugiesischen Algarve an offiziellen FIA-Testtagen ausführlich bewegt. In Südfrankreich legte er zusammen mit seinem Teamkollegen Darren Turner an zwei Tagen problemlos 119 Runden zurück. Die Bestzeit von 2.05,447 Minuten war jedoch nur bedingt aussagekräftig, weil das neue GT1-Reglement weniger technische Freiheiten gestattet. „Seit den ersten Gehversuchen im vergangenen Dezember hat sich der GT-R aber schon stark verbessert“, bilanzierte Krumm trotzdem zufrieden. „Wir müssen jedoch weiter hart arbeiten, um das Auto voll konkurrenzfähig zu machen, bin mir aber sicher, dass wir in die richtige Richtung entwickeln. Unter anderem tüfteln wir noch an der optimalen Gewichtsverteilung.“

Dass Krumm/Turner in diesem Jahr keine Punkte sammeln dürfen, sei im übrigen kein Problem: „Die Motivation ist im ganzen Team auch so hoch“, versichert der mit der japanischen Profi- Tennisspielerin Kimiko Date verheiratete Pilot.

Auf dem hügeligen Algarve-Kurs, den Krumm wegen der vielen Bergauf- und Bergabpassagen mit der Nürburgring-Nordschleife verglich, konzentrierte sich das Nissan-Team vor allem auf so genannte long runs. „Wir wollten so gut wie möglich ein über zwei Stunden führendes FIA-GT-Rennen simulieren und übten daher auch zahlreiche Boxenstopps. Auch auf dieser anspruchsvollen Strecke fühlte sich der neue GT-R schon sehr gut an“, berichtet Krumm.

„Der V8 Sound erinnert stark an einen amerikanischen NASCAR-Tourenwagen“
Ohnehin kommt Michael schon jetzt regelrecht ins Schwärmen, wenn er auf sein neues Arbeitsgerät angesprochen wird: „Der Motor hat extrem viel Drehmoment und klingt wie ein amerikanischer NASCAR-V8. Der GT-R ist sehr schnell auf der Geraden und will anders als das japanische Schwestermodell früher und dosierter abgebremst werden. Die GT-R aus Japan leisten inzwischen weniger als 500 PS, haben aber so unheimlich viel Anpressdruck, dass wir mit ihnen so spät bremsen wie mit einem Formel 1. Zugleich können wir sofort mit Vollgas aus der Kurve beschleunigt werden, ohne das ein Dreher droht.“ Beim europäischen GT-R seien hingegen wieder mehr traditionelle Fahrtechniken gefragt, stellt Krumm zufrieden fest. „Was aber am wichtigsten ist: Er fährt sich wie ein echter GT-R, sehr flüssig und auch am Limit nicht tückisch. Das ist Nissan extrem wichtig, denn wir wollen das Auto nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr sicher machen – zum Nutzen auch etwas unerfahrener Privatfahrer, die sich später einen GT-R zulegen.“

Technik-Kooperation mit Gigawave MotorSport
Vorbereitet und eingesetzt wird der Debütant aus Japan vom Team Gigawave MotorSport mit Sitz in Colchester (England), das seit 2007 in der FIA-GT aktiv ist. Dessen Muttergesellschaft, Gigawave Ltd., ist ein offizieller Partner der Serie und spezialisiert auf Onboard-Kameras für Live-Übertragungen. Als Nissan-Technikpartner sind Michelin (Reifen) und Motul (Schmierstoffe) mit an Bord; als Sponsor tritt zudem der japanische Modellautobauer Ebbro auf dem GT-R mit Startnummer 35 auf.

Zweifacher Le Mans-Sieger als kompetenter Partner
Mit Darren Turner, 2007 und 2008 auf Aston Martin jeweils Sieger der GT1-Kategorie bei den 24 Stunden von Le Mans, hat Krumm einen extrem erfahrenen Teamkollegen. „Wir verstehen uns prächtig und arbeiten schon richtig gut zusammen.“ Der Brite war unter anderem jahrelang Testfahrer für das McLaren Formel 1-Team, fuhr zwei Saisons für das Team Rosberg in der DTM und brachte auch dem Aston Martin DBR9 das Laufen bei. Seine neueste Spezialität ist die Beratung von Formel-1-Teams bei der Einrichtung ihrer Rennsimulatoren. „Ich freue mich, NISMO und Gigawave helfen zu können, den GT-R rechtzeitig vor Inkrafttreten des neuen FIA GT-Reglements zum potentiellen Siegerauto zu entwickeln. Für mich ist es ein Privileg, Teil eines solch aufregenden Testprogramms zu sein“, sagt der 35jährige Hobbypilot und Allround-Rennfahrer.

100 PS stärker als der auf 500 PS limitierte Nippon GT-R
Der Nissan GT-R für die FIA-GT hat mit 600 PS mehr als 100 zusätzliche Pferdestärken unter der Haube als der vom Reglement auf maximal 500 PS begrenzte Siegerwagen der japanischen Super GT-Meisterschaft 2008. Im Vergleich zum extrem kraftvoll auftretenden Nippon-GT-R wirkt die Europa-Ausgabe – wie vom künftigen Regelwerk gewollt – deutlich seriennäher.

Neben dem Nissan GT-R werden in der Saison 2009 noch zwei weitere Neulinge mit bereits nach dem neuen Reglement vorbereiteten Fahrzeugen Testrennen absolvieren. Schon in Silverstone präsent ist der neue Ford GT1, für die zweite Jahreshälfte wird zusätzlich ein Lamborghini Murciélago SV erwartet.

FIA-GT-Serie wird ab 2010 zur Weltmeisterschaft aufgewertet
Dank solcher Traumsportwagen ist die Bühne bereitet für eine aufregende Saison 2010 – die dann erstmals unter dem Status einer FIA-Weltmeisterschaft laufen soll. Stephane Ratel, Chef der SRO Motorsports Group, dem Promoter der FIA GT Serie, avisiert einen Kalender mit zwölf Rennen in zwölf Ländern und auf fünf Kontinenten an. Absichtserklärungen liegen bereits von Streckenbetreibern in Argentinien, Australien, Großbritannien, Italien, Portugal, Deutschland, Belgien, Rumänien, Russland, Südafrika und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor. In der GT1-Klasse sieht Ratel im optimalen Fall sechs Marken am Start, wobei pro Fabrikat maximal zwei Teams mit je zwei Fahrzeugen zugelassen sind.

Der Beauftragte der Weltmotorsportbehörde FIA, Gabriele Cadringher, bestätigte auf der offiziellen FIA-GT-Teampräsentation am 7. April in Paul Ricard die Pläne für eine world series. „Die FIA vergibt WM-Titel nicht leichtfertig, doch sind nun alle Bedingungen erfüllt, um die Serie auf ein neues Niveau zu heben. Von unserer Seite gelten als Mindestvoraussetzungen zehn Rennen auf drei Kontinenten, vier verschiedene Marken und mindestens 18 Starter – was kein Problem sein sollte. Wir werden Stephane Ratel von der technischen und sportlichen Seite jegliche Unterstützung gewähren und sehen schon jetzt mit Spannung der Saison 2010 entgegen.“
Anhang

Porträt
Michael Krumm

geboren am: 19. März 1970
in: Reutlingen
unter Vertrag bei: NISMO

Karrierestationen:

1984 Beginn im Kartsport
1988 Erster Sieg in der deutschen Formel Ford-Meisterschaft
1989 Sieger Deutsche Formel Ford-Meisterschaft
1990 Sieger Deutsche Formel Opel-Lotus-Serie
1994 Sieger japanische Formel-3-Meisterschaft
1995 Erste Einsätze in der japanischen GT-Serie (für Toyota)
1996 3. Platz in der JTCC (Japanische Tourenwagen-Meisterschaft)
1997 3. Platz JTTC (Toyota)
Sieger (auf Toyota Supra) in der JGTC (japanische GT-Meisterschaft)
1998 5. Platz 24 Stunden von Le Mans (auf Nissan R390 GT1)
Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft auf Nissan Primera
1999 2. Platz (Teamwertung) und Platz 6 bei den Fahrern in der JGTC (Skyline GT-R)
Start bei den 24 Stunden von Le Mans (Nissan R391 LMP)
2000 2. Platz (Teamwertung) und Platz 8 (Fahrer) in der JGTC (Skyline GT-R)
2. Platz in der Formula Nippon-Serie
2001 Sieger Teamwertung JGTC und Platz 5 (Fahrer) in der JGTC (Skyline GT-R)
Einsätze in der Champcar-Serie (Dale Coyne Racing)
2002 Teilnahme an der JGTC (Skyline GT-8) Platz 8 (Fahrerwertung)
3. Platz 24 Stunden von Le Mans (Audi R8)
2003 Sieger (Fahrer- und Teamwertung) JGTC (Skyline GT-R)
2004 Sieger (Teamwertung) JGTC (auf 350Z), Platz 9 (Fahrer)
2005 Sieger (Teamwertung) SUPER GT (auf 350Z), Platz 5 (Fahrer)
2006 2. Platz (Teamwertung) SUPER GT (auf 350Z), Platz 4 (Fahrer)
2007 2. Platz (Teamwertung) SUPER GT (auf 350Z), Platz 5 (Fahrer)
2008 Teilnahme an der SUPER GT auf Nissan GT-R, Platz 6 (Fahrer)
2009 FIA GT-Serie auf Nissan GT-R

Porträt
Darren Turner

geboren am: 13. April 1974
in: Camberley, Großbritannien
unter Vertrag bei: Gigawave MotorSport

Karrierestationen:

1989-92 Beginn der Karriere im Kartsport
1993 Sieger Formula First Winter Series (3 Siege)
1994 Englische Formula Vauxhall Championship (Platz 10)
1995 Englische Formel Renault-Meisterschaft (1 Sieg, Platz 4)
1996 Vizemeister englische Formel-Renault-Meisterschaft (2 Siege)
1997 Teilnahme an der englischen Formel 3-Meisterschaft
1998 Formula Palmer Audi (Vizemeister, 3 Siege)
1999 24 Stunden von Le Mans als Reservefahrer (für AMG Mercedes)
McLaren F1 Testfahrer
2000 DTM (Team Rosberg Mercedes),
McLaren F1 Testfahrer
2001 DTM (Team Rosberg Mercedes),
McLaren F1 Testfahrer
2002 Teilnahme ASCAR Championship (Vizemeister, 3 Siege),
McLaren F1 Testfahrer,
2003 Teilnahme FIA GT Serie auf Ferrari 360 Modena (8. in der Klasse N-GT, Sieger Magny-Cours),
Teilnahme ALMS auf Ferrari 550 Prodrive (1. GTS Miami und Le Mans 1000 km)
2004 9. Platz 24 Stunden von Le Mans (3. in der GTS-Klasse) auf Ferrari 550 Maranello Prodrive
McLaren F1 Testfahrer,
Cheftestfahrer und -entwickler für den neuen Aston Martin DBR9
2005 auf Aston Martin 3. in der Klasse in Le Mans, Klassensiege in Sebring und am Nürburgring
2006 2. Platz 24 Stunden von Le Mans (GT1-Klasse) für Aston Martin
American Le Mans-Serie (für Aston Martin), zwei Siege, darunter beim „Petit Le Mans“
In der britischen Tourenwagenmeisterschaft (BTCC) für Seat am Start
2007 Sieger 24 Stunden von Le Mans (GT1-Klasse) für Aston Martin und weitere Einsätze in der FIA GT-Serie,
3 Siege in der BTTC auf Seat
2008 Sieger 24 Stunden von Le Mans (GT1-Klasse) für Aston Martin
3. Platz 24 Stunden von Spa (Gigawave MotorSport) Aston Martin
BTCC für Seat,
Start bei den 24 Stunden von Daytona (Platz 4)
2009 FIA GT-Serie auf Nissan GT-R

Technische Daten* Nissan GT-R (2010 FIA GT1)

Gesamtlänge 4.730 mm
Gesamtbreite 2.040 mm
Radstand 2.780 mm
Spur (vorn) 1.670 mm
Spur (hinten) 1.710 mm
Gewicht 1.250 kg (gemäß 2010er Reglement)
Motortyp VK56DE, V8, DOHC, vier Ventile pro Zylinder
Hubraum 5552 cm3
Leistung 600 PS (gemäß 2010er Reglement)
maximales Drehmoment > 650 Nm
Kupplung 5,5 Zoll Dreischeiben-Kohlefaser
Getriebe Ricardo 6-Gang in Transaxle-Bauweise
Bremsen (vorn) Sechskolben, Scheiben und Beläge aus Kohlefaser
Bremsen (hinten) Sechskolben, Scheiben und Beläge aus Kohlefaser
Aufhängung (vorn) doppelte Dreiecksquerlenker
Aufhängung (hinten) Multilink-Konstruktion
Antrieb Heckantrieb
Felgen (vorn) 13,0 J x 18
Felgen (hinten) 13,0 J x 18
Reifen (vorn) 31/71 x 18
Reifen (hinten) 31/71 x 18

*vorläufige Angaben

Die Nissan-Motorsportabteilung NISMO

gegründet: September 1984
Firmenzentrale: 2-10-6, Minami-ohi, Shinagawa-ku, Tokyo
Entwicklungscenter für Rennmotoren: 6-1, Daikoku-cho, Tsurumi-ku, Yokohama
Angestellte: 188 (Stand April 2008)
Präsident: Yuichi Sanada

Wichtigste Geschäftsaktivitäten:

  • Konstruktion und Entwicklung von Wettbewerbsfahrzeugen, Komponenten und TeilenManagement, Planung und Teilnahme von Renneinsätzen
  • Unterstützung von Nissan-Privatfahrern
  • Die Rennsportaktivitäten begleitende Promotion und Öffentlichkeitsarbeit
  • Produktplanung, Design, Entwicklung und Verkauf von Tuningteilen für Serienfahrzeuge
  • Wartung, Reparatur, Umbau und Verkauf von Straßensportwagen
  • Sponsoring-Aktivitäten

Größten Erfolge

1984 Gründung von NISMO
1985 Sieger beim Lauf zur Endurance-WM in Fuji (Silvia Turbo C)
Sieger Klasse C japanische Rallye-Meisterschaft (Z31 Fairlady Z)
1986 16. Platz bei den 24 Stunden von Le Mans (R85V Gruppe C)
Sieger (Markenwertung) Japanische Tourenwagen-Meisterschaft (JTC) Gruppe A (DR30 Skyline RS Turbo)
1987 Teilnahme 24 Stunden von Le Mans (R87 E und R86V)
1988 14. Platz 24 Stunden von Le Mans (88C und 88S)
1989 Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans (89 C)
5. Platz Teamwertung der WSPC (Sportprototypen-WM)
1990 5. Platz 24 Stunden von Le Mans (R90CP)
Sieger (Marken) in der JSPC (japanische Sportprototypen-WM, R90 CP)
Sieger (Markenwertung) JTC Gruppe A (R32 Skyline GT-R)
1991 Sieger 24 Stunden von Spa-Francorchamps (R32 Skyline GT-R)
Sieger (Markenwertung) in der JSPC (R91CP)
Sieger (Markenwertung) in der JTC Gruppe A (R32 Skyline GT-R)
1992 Sieger 24 Stunden von Daytona (R91CP)
Sieger (Markenwertung) JSPC (R92CP)
Sieger (Markenwertung) JTC Gruppe A (R32 Skyline GT-R)
1993 Sieger Inter Circuit League Suzuka 1000 km (R92CP)
Sieger (Markenwertung) JTC Gruppe A (R32 Skyline GT-R)
Sieger JGTC (Japan GT Championship) mit R32 Skyline GT-R
1994 Sieger JGTC (R32 Skyline GT-R)
1995 Sieger JGTC (R32 und R33 Skyline GT-R)
24 Stunden von Le Mans mit R33 LM Skyline GT-R
1996 24 Stunden von Le Mans mit R33LM Skyline GT-R)
1997 12. Platz 24 Stunden von Le Mans mit Nissan R390 GT1
4. Platz (Fahrerwertung) JGTC (R33 Skyline GT-R)
3. Platz JTCC (Japan Touring Car Championship) mit Nissan Primera
1998 3., 5. und 6. Platz bei den 24 Stunden von Le Mans (Nissan R390 GT1)
Sieger (Marken- und Fahrerwertung) JGTC (R33 Skyline GT-R)
1999 8. Platz 24 Stunden von Le Mans (Nissan-Courage C52)
Sieger (Fahrerwertung) JGTC (R34 Skyline GT-R)
Sieger Le Mans Fuji 1000 km (Nissan R391)
2000 2. Platz (Fahrer) JGTC (R34 Skyline GT-R)
2001 Sieger (Teamwertung) und 4. Platz (Fahrer) JGTC (R34 Skyline GT-R)
2002 4. Platz (Fahrer) JGTC (R 34 Skyline GT-R)
2003 Sieger (Fahrer- und Teamwertung) JGTC (R 34 Skyline GT-R)
2004 Sieger (Fahrer- und Teamwertung) JGTC (Z33 350Z)
2005 Sieger (Teamwertung) Super GT (Z33 350Z)
2006 2. Platz (Teamwertung) Super GT (Z33 350Z)
Sieger (Fahrer- und Teamwertung) China Circuit Championship (CCC) mit Nissan Tiida
2007 2.Platz (Teamwertung) Super GT (Z33 350Z)
2008 Sieger (Fahrer) Super GT (R35 GT-R)
Sieger (Fahrer und Team) CCC mit Nissan Tiida

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Fünf Runden fehlten zum Sieg

April 20th, 2009 von Tino Güttler

2. LAUF ZUR JAPANISCHEN SUPER-GT-MEISTERSCHAFT

  • Motoyama/Treluyer nach Pole-Position von Reifenproblemen gebremst
  • Durch nachträgliche Zeitstrafe noch Rückstufung von Platz vier auf elf
  • Podiumsplatz für Matsuda/Philippe im privaten Calsonic-Nissan GT-R

Alles schien in Suzuka bei bestem Frühlingswetter auf den zweiten Saisonsieg eines Nissan GT-R hinauszulaufen. Vor 35.000 Fans rund um den ehemaligen japanischen Grand-Prix-Kurs hatte Benoit Treluyer im aus der Pole-Position gestarteten Werks-Nissan GT-R zeitweise bis zu 13 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Doch ab der 47. von 52 Runden wurde der Franzose mit abbauenden Hinterreifen plötzlich deutlich langsamer. Nach und nach musste er die beiden Lexus von Wakisaka/Lotterer und Tachikawa/Lyons sowie den GT-R von Tsugio Matsuda/Sebastien Philippe vorbeilassen. Nach einem Unfall auf der Rückseite der Strecke brachte die Rennleitung kurz vor Schluss noch das Safety Car heraus, das die GT-Renner dann bis ins Ziel eskortierte. Damit schienen die amtierenden Super GT-Meister im Nissan #1 noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Doch die böse Überraschung danach: Weil die Rennleitung beim Überholmanöver des Lexus von Tachikawa ein Foul Treluyers erkannt haben wollte, erhielt die NISMO-Mannschaft eine 27-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt. Folge: Rückfall von Platz vier auf elf – und auch im zweiten Rennen eine Nullnummer.

Es war die erste Niederlage für Nissan nach fünf Siegen des neuen GT-R infolge. So blieb es dem GT-R des Teams IMPUL vorbehalten, die Ehre der Marke auf der mit einer völlig neuen Boxenanlage glänzenden Piste von Suzuka zu retten. Nach dem bemerkenswerten vierten Platz beim Saisonauftakt in Okayama war der GT-R von Matsuda/Philippe mit 16 Kilogramm Zusatzgewicht beaufschlagt worden. Das hinderte den von Position fünf gestarteten Lokalhelden nicht daran, schon in Runde elf am GT-R von Quintarelli/Yasuda vorbei auf Patz vier vorzustürmen. In Runde 27 übergab er das Steuer an Philippe, der ab Runde 32 sogar P3-Signale von der Box empfing. Doch weil er auf einer spritsparenden Strategie unterwegs war, musste der Franzose den späteren Sieger-Lexus wehrlos passieren lassen – die Zeitstrafe für den NISMO-GT-R bescherte der Calsonic-Truppe dann aber doch noch den Podiumsplatz.

Ronnie Quintarelli (Italien) qualifizierte den Hasemi GT-R für Startplatz drei, fiel aber in der Anfangsphase bis auf Platz fünf zurück. In der 47. Runde wurde dann sein Teamkollege Hironobu Yasuda beim Anbremsen der Schikane von einem anderen Teilnehmer gerammt und von der Strecke befördert – Aus.

Etwas mehr Glück hatten die Sieger des Auftaktrennens. Joao Paolo de Oliveira (Brasilien) und Seiji Ara konnten zwar weniger brillant auftrumpfen als im verregneten Okayama. Doch immerhin schoben sie sich von Startplatz zwölf bis auf Rang acht vor – was drei Meisterschaftspunkte einbrachte. Damit liegen sie im Zwischenklassement als zurzeit beste Nissan-Mannschaft nur zwei Zähler hinter dem Tabellenführer auf Rang zwei.

Die japanische Super-GT-Meisterschaft wird am 4. Mai mit dem ersten von zwei Läufen auf dem Fuji Speedway fortgesetzt.

ERGEBNIS

300 km von Suzuka
Distanz: 52 Runden à 5,807 km = 301,964 km
Wetter: sonnig, 22 Grad. Zuschauer: 35.000

1. Tachigawa/Lyons Lexus SC430 1:54.52,997 Std. BS
2. Wakisaka/Lotterer Lexus SC430 1,888 Sek. zur. BS
3. Matsuda/Philippe Nissan GT-R 5,210 Sek. zur. BS
4. Ito/Wirdheim Lexus SC430 9,585 Sek. zur. BS
5. Michigami/Kogure Honda NSX 13,897 Sek. zur. BS
6. Kaneishi/Tsukakoshi Honda NSX 15,354 Sek. zur. BS
7. Ishiura/Oshima Lexus SC430 17,532 Sek. zur. BS
8. de Oliveira/Ara Nissan GT-R 20,330 Sek. zur. YH
9. Duval/Nakayama Honda NSX 24,063 Sek. zur. DL
10. Couto/Hirate Lexus SC430 25,904 Sek. zur. BS
11. Motoyama/Treluyer Nissan GT-R 33,361 Sek. zur. BS
13. Quintarelli/Yasuda Nissan GT-R 5 Rd. zur. MI

Reifen: YH = Yokohama, BS = Bridgestone, DL = Dunlop, MI = Michelin

Meisterschaftsstand nach zwei von neun Läufen:

1. Tachigawa/Lyons Lexus SC430 25 Punkte
2. de Oliveira/Ara Nissan GT-R - 2 Punkte
3. Michigami/Kogure Honda NSX - 4 Punkte
4. Matsuda/Philippe Nissan GT-R - 6 Punkte
5. Wakisaka/Lotterer Lexus SC430 - 10 Punkte
6. Firman/Izawa Honda NSX - 14 Punkte
Kaneishi/Tsukakoshi Honda NSX - 14 Punkte
8. Ito/Wirdheim Lexus SC 430 - 16 Punkte
9. Duval/Nakayama Honda NSX - 19 Punkte
Ishiura/Oshima Lexus SC430 - 19 Punkte

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GT-R ist World Performance Car 2009

April 14th, 2009 von Tino Güttler

NISSAN-SUPERSPORTWAGEN IN NEW YORK AUSGEZEICHNET

  • 59-köpfige Jury aus 25 Ländern
  • 4×4-Antriebsstrang in Transaxle-Bauweise
  • Begründung: „Das vielleicht derzeit beste Hochleistungs-Automobil“

Der Nissan GT-R hat bei der Verleihung der „World Car Awards“ die Auszeichnung „World Performance Car 2009“ erhalten. Der neue Supersportwagen, der seit Anfang April offiziell auch in Deutschland erhältlich ist, setzte sich gegen 23 Wettbewerber durch und verwies die Corvette ZR1 und den Porsche 911 Carrera auf die Plätze. Die offizielle Preisverleihung fand am 9. April 2009 anlässlich der New York International Auto Show statt.

Während beim „World Car of the Year“-Award die Allrounder-Qualitäten der Fahrzeuge gefragt sind, stehen bei der Abstimmung zum „World Performance Car of the Year“, die seit 2005 durchgeführt wird, sportliche Fahrleistungen im Fokus. Die 59 Mitglieder der Jury aus insgesamt 25 Ländern begründet ihre Wahl: „Der Nissan GT-R dominierte 2008 die Schlagzeilen der Sportwagen-Welt und lässt mit seinem 485 PS starken 3,8-Liter-V6-Bi-Turbo die Konkurrenz blass aussehen. Insbesondere auf der Rennstrecke ist das anpassungsfähige 4×4-Fahrwerk eine Offenbarung. Zu einem unschlagbaren Preis ist er vielleicht das derzeit weltweit beste Hochleistungs-Automobil.“

Der neue Nissan GT-R verfügt über einen neu entwickelten 3,8-Liter-Bi-Turbo-V6-Motor. Die Leistung von 356 kW/485 PS und das maximale Drehmoment von 588 Nm werden über ein fortschrittliches Allradsystem und ein in Transaxle-Bauweise angeordnetes Doppelkupplungsgetriebe mit manueller Schaltmöglichkeit an alle vier Räder verteilt. Sein beeindruckendes Potenzial demonstrierte „Godzilla“, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, bereits bei der „Time-Attack“ auf der Nürburgring-Nordschleife. Bei dieser Testfahrt umrundete der Nissan GT-R den legendären Kurs in der Eifel in einer fabelhaften Zeit von 7 Minuten und 29 Sekunden. Der GT-R ist zum Preis ab 81.800 Euro erhältlich. Das neue Modell wird über ein Netz spezialisierter Händler, die Nissan High Performance Center, ausgeliefert.

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