5. Lauf zur japanischen Super-GT-Meisterschaft

Juli 27th, 2009 von Tino Güttler

EINE ECHTE TEAM-LEISTUNG

  • Richtige Rennstrategie führt Motoyama/Treluyer zum zweiten Saisonsieg
  • GT-R-Topteam macht Riesensprung von Platz sieben an die Tabellenspitze
  • Erster Nissan-Erfolg in der GT500-Klasse auf der Strecke von Sugo

Sonne, Regen und wieder locker bewölkter Himmel: Bei extrem launischen Wetter erwies sich die richtige Reifenwahl als entscheidend im Kampf um den Sieg beim fünften Lauf zur japanischen Super GT-Serie in Sugo. Sah es bei hochsommerlichen Temperaturen zunächst nach einem weiteren Erfolg der aus der Pole-Position gestarteten Nissan-Crew Ronnie Quintarelli/Hironobu Yasuda aus, behielten nach 81 Runden die GT-R-Werkspiloten Satoshi Motoyama und Benoit Treluyer das bessere Ende für sich. Weil sie zur richtigen Zeit die richtigen Reifen auf ihrem Nissan hatten. Nach dem zweiten Saisonsieg – dem vierten in fünf Läufen für den Typ GT-R – machten die amtierenden Meister einen Riesensprung von Platz sieben an die Spitze der Meisterschaftstabelle. Zugleich war es nach 15jähriger Durststrecke der erste Sieg eines Nissan bei einem GT500-Rennen in Sugo.

Der Meisterschaftslauf auf der 3,704 Kilometer langen Piste begann bei strahlendem Sonnenschein. Auf der Pole: der auf Michelin-Reifen stehende Hasemi-GT-R von Quintarelli und Yasuda, Sieger des vorangegangenen (Hitze)rennens in Sepang (Malaysia). Mit einer Traumzeit von 1.16,284 Minuten war der Italiener satte 0,537 Sekunden schneller als der Daisuke Ito im Lexus SC 430 gefahren. Ins GT-R-Sandwich genommen wurde der Lexus vom drittplatzierten Kondo-GT-R mit J.P. Lima de Oliveira und Seji Ara. Dämpfer für die ursprünglich viertschnellsten Motoyama/Treluyer – sie wurden wegen Überfahrens einer gelben Flagge auf P6 zurückgestuft.

Quintarelli führte nach dem Start nur acht Runden, ehe er beim Überrunden eines GT300-Wagens aufgehalten wurde und Wirdheim im Lexus vorbeischlüpfen lassen musste. Hinter dem Schweden formierten sich zunächst drei GT-R, in der Reihenfolge Quintarelli, de Oliveira und Motoyama.

Der Wendepunkt des Rennens kam in Runde 26. Aus einem nun stark bedeckten Himmel fielen erste Regentropfen. Als erster GT-R-Pilot wechselte de Oliveira auf Regenreifen – kam damit aber nicht zurecht und endete abgeschlagen als 13. Auch Quintarelli/Yasuda büßten viel Zeit ein: Nach zwischenzeitlichem Rückfall ans Ende des Feldes kamen sie bei nachlassendem Regen und erneutem Wechsel auf Slicks immerhin noch bis auf Platz neun vor.

Die perfekte Strategie gelang dagegen der NISMO-Werksequipe: Motoyama kam nach 29 Runden an die Box, wo er im Gegensatz zum führenden Lexus Intermediates aufziehen ließ. Nachdem auch alle anderen Reifen gewechselt hatten, hockte Motoyama-Adjutant Treluyer dem führenden Lexus mit Ito bereits dicht im Nacken. Als nach zwei Dritteln der Distanz der Regen nachließ, stand der mit “Full wet tyres“ bestückte SC 430 auf verlorenem Posten. Seine extrem weichen Pneus fraßen den Gummi weitaus gieriger als die Intermediates des Verfolgers. In Runde 66 gelang der Führungswechsel daher fast kampflos – bis zum Ziel addierte sich der Vorsprung des siegreichen GT-R noch auf 21 Sekunden.

NISMO-Teamdirektor Suzuki war überglücklich: „Unsere Strategie funktionierte perfekt. Beim Stop setzten wir auf Regenreifen mit handgeschnitzten Profilrillen, ideal für leichten Regen.“ Treluyer: „Als ich übernahm, war es kurze Zeit noch sehr nass, da musste ich höllisch aufpassen. Aber als der Regen dann nachließ, waren wir mit dieser Reifenwahl am Besten bedient.“ Motoyama: „Nissan war sich ziemlich sicher, dass es während des Rennen anfangen würde zu gießen. Als es dann tatsächlich so kam, funkte ich ständig Informationen über die Streckenbedingungen und die Stärke des Regens zur Box. Damit sowie mit den eigenen und fremden Rundenzeiten versorgt, erarbeitete unsere Crew den idealen Zeitpunkt zum Reifenwechsel. So ist dieser Sieg eine Leistung des gesamten Teams.“
ERGEBNIS

300 km von Sugo
Distanz: 81 Runden à 3,704 km = 300,044 km
Wetter: trocken, dann nass, am Ende abtrocknende Strecke. Zuschauer: 26.000

1. Motoyama/Treluyer Nissan GT-R

1:59.33,479 Std.

BS
2. Couto/Hirate Lexus SC430

21,062 Sek. zur.

DL
3. Michigami/Kogure Honda NSX

25,012 Sek. zur.

BS
4. Ide/Hosokawa Honda NSX

26,475 Sek. zur.

BS
5. Ito/Wirdheim Lexus SC430

54,864 Sek. zur.

BS
6. Kaneishi/Tsukakoshi Honda NSX

1.22,350 Min. zur.

BS

7. Wakisaka/Lotterer Lexus SC430

1 Rd. zur.

BS
8. Matsuda/Philippe Nissan GT-R

1 Rd. zur.

BS
9. Quintarelli/Yasuda Nissan GT-R

1 Rd. zur.

MI

10. Tachigawa/Lyons Lexus SC430

1 Rd. zur.

BS
13. de Oliveira/Ara Nissan GT-R

3 Rd. zur.

YH

Reifen: YH = Yokohama, BS = Bridgestone, DL = Dunlop, MI = Michelin

Meisterschaftsstand nach fünf von neun Läufen:

1. Motoyama/Treluyer Nissan GT-R 43 Punkte
2. Wakisaka/Lotterer Lexus SC430 - 4 Punkte
3. de Oliveira/Ara Nissan GT-R - 6 Punkte
4. Firman/Izawa Honda NSX - 10 Punkte
5. Michigami/Kogure Honda NSX - 11 Punkte
6. Kaneishi/Tsukakoshi Honda NSX - 12 Punkte
7. Tachigawa/Lyons Lexus SC430 - 14 Punkte
8. Quintarelli/Yasuda Nissan GT-R - 17 Punkte
Matsuda/Philippe Nissan GT-R - 17 Punkte
10. Ito/Wirdheim Lexus SC430 - 23 Punkte

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Nissan 350Z im GT4-Rennen von Spa wieder mit bei der Musik

Juli 27th, 2009 von Tino Güttler

NISSAN PLAYSTATION-SIEGER KOMMT IMMER BESSER IN FAHRT

  • Lucas Ordonez meistert auch die schwierigste Strecke der laufenden GT4-Saison
  • Nach Reifenschaden am Freitag überzeugender zweiter Platz am Samstag
  • Sprung auf Platz zwei der Meisterschaft

Auf ein insgesamt erfreuliches Spa-Wochenende blickt auch das für den Einsatz des schwarzen PlayStation-350Z verantwortliche Team RJN Motorsport zurück. Nachdem das erste Rennen um den FIA GT4-Cup am Freitagnachmittag wegen eines Reifenschadens mit einem „Nuller“ endete, eroberten der erfahrene 350Z-Fahrer Alex Buncombe und „Rookie“ Lucas Ordonez beim zweiten Lauf am Samstagmorgen Platz zwei. „Den Reifenschaden fing sich Alex an dritter Stelle liegend am Ausgang der schnellen Eau Rouge-Passage ein“, berichtet RJN-Teammanager Bob Neville. „So musste er fast eine komplette Runde in langsamer Fahrt zurücklegen.“ Da ein GT4-Rennen nur 40 Minuten dauert, waren für den danach von Lucas Ordonez gesteuerten Nissan Punkteränge außer Reichweite.

„Am Samstag starteten wir aus der zweiten statt sechsten Startposition und Alex erkämpfte bis zum Fahrerwechsel sogar die Führung“, so Neville. „Beim Boxenstopp verloren wir leider ein paar wertvolle Sekunden, fielen dadurch bis auf Platz drei zurück. Doch Lucas zeigte sich im zweiten Teil des Rennens bestens aufgelegt. Er musste sich nur dem zweimal siegreichen Aston Martin beugen, hielt aber dafür den in der Meisterschaft führenden Ginetta nach hartem Duell auf Distanz.“

Für Ordonez, dem Sieger der für die besten virtuellen Rennfahrer auf der Sony PlayStation® ausgeschriebenen Nissan GT Academy, war der erste Auftritt auf einer der schwierigsten Strecken der Welt ein Riesenerfolg. „Er macht uns sehr viel Freude und lernt ständig dazu“, lobt Neville den längst vom virtuellen zum realen Spitzenrennfahrer gereiften Spanier. In der Meisterschaft liegen Buncombe/ Ordonez mit 37 Punkten nun auf Platz zwei; bei noch vier ausstehenden Läufen (je zwei in Zolder und an der Algarve) haben sie mit nur sieben Zählern Rückstand auf Tabellenführer Joe Osborne (Ginetta) noch Titelchancen. „In der Teamwertung liegen wir inzwischen punktgleich mit dem Osborne-Team sogar auf Platz Eins“, freut sich Neville.

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Nissan besteht Härtetest in den belgischen Ardennen

Juli 27th, 2009 von Tino Güttler

GT-R-TEAM NACH 24 STUNDEN IN SPA AUF DEM PODIUM

  • Krumm/Turner/Davidson beenden den Klassiker auf Platz drei in der GT-1-Klasse
  • In der Nacht hielt Nissan stundenlang Platz vier im Gesamtklassement
  • Anderthalb Stunden Verlust an der Box nach Problemen im Antriebsstrang

Der brandneue und bereits nach dem neuen GT1-Reglement für 2010 vorbereitete Nissan GT-R hat seinen bislang größten Härtetest mit Bravour bestanden. Der deutsche Nissan Werksfahrer Michael Krumm und seine britischen Partner Darren Turner und Anthony Davidson beendeten die 24 Stunden von Spa-Francorchamps auf Platz 13 im Gesamtklassement und Position drei in der Königsklasse GT1. Die schnellste Rundenzeit des Nissan lag mit 2.18 Minuten nur zwei Sekunden über der des Siegerwagens, einer Chevrolet Corvette C6. Und das trotz eines Gewichtshandikaps von 100 Kilogramm und eines um 250 Nm geringeren maximalen Drehmoments.

Kurz nach Mitternacht gelingt der Sprung auf Platz vier im Gesamt
Nach dem rollenden Start um 16 Uhr am Samstag hatte der aus Startposition acht losgefahrene Krumm den GT-R nach zwei Stunden auf Platz sieben liegend an Turner übergeben. Dank kontrollierter Fahrweise unter teils chaotischen Bedingungen lag der Nissan nach vier Stunden schon auf Platz sechs der Gesamtwertung. Die stärkste Zeit des japanischen GT begann dann kurz nach Mitternacht, als er mit Darren Turner am Steuer erstmals auf P4 im Gesamtklassement auftauchte. Diese Position hielt er – mit Krumm und Davidson am Volant – bis um 6:30 Uhr am Sonntagmorgen.

6:30 Uhr am Sonntagmorgen: Vibrationen im Antriebsstrang bremsen den Vortrieb
Hätte der 600 PS starke GT-R zu diesem Zeitpunkt nicht anderthalb Stunden an der Box verloren, wäre sogar eine Position unter den Top Drei der Gesamtwertung möglich gewesen. „Ich bemerkte plötzlich Vibrationen“, berichtet Krumm, „und kam an die Box. Wir vermuteten zunächst ein Motorproblem. Das Team fand aber keine Fehlerquelle und schickte Darren Turner zu einer Inspektionsrunde zurück auf die Strecke.“ Doch der Brite kam sofort zurück, woraufhin die Mechaniker nun alle Komponenten des Antriebsstrangs wechselten. „Weil die neuen GT-Autos laut Reglement eine Bodenplatte aus Holz besitzen müssen, dauerten diese Arbeitsschritte länger als gewöhnlich“, so Krumm. „Denn um an die Teile heranzukommen, musste erst der Unterfahrschutz entfernt und danach wieder montiert werden“. Als der GT-R mit Startnummer 35 um 8:15 Uhr endlich wieder ins Geschehen eingriff, waren 90 Minuten vergangen. Doch die Vibrationen waren verschwunden, Krumm und Co. fuhren sofort wieder identische Rundenzeiten wie zuvor und kämpften sich bis zum Ziel noch von Platz 20 auf 13 vor.

„Jetzt wissen wir: Der GT-R hält 24 Stunden“
„Es ist natürlich schade, die Chance auf eine Top 3-Platzierung verpasst zu haben“, bekennt Krumm. „Trotzdem bin ich sehr stolz, dass wir das Rennen als drittbestes GT1-Team und beste Crew mit einem 2010er-Auto beenden konnten. Wir wissen jetzt, dass der GT-R 24 Stunden hält. Keiner der drei Fahrer hat auch nur den geringsten Fehler gemacht, trotz der für Spa typischen Wetterkapriolen, Öl auf der Strecke und Situationen, in denen wir mit Slicks plötzlich im Regen fuhren. Nun sehe ich dem letzten Testeinsatz der Saison im Oktober in Zolder weitaus gelassener entgegen.“

„Dauerlauf in der Öffentlichkeit erhöhte den Druck beträchtlich“
Auch Darren Turner war voll des Lobes über den vom britischen Team Gigawave Motorsport eingesetzten Werkswagen: „Normalerweise fährt man mit einem neuen Auto vor einem 24-Stunden-Rennen einen geheimen Dauerlauf über 30 Stunden. Doch NISMO und Gigawave zogen ihn stattdessen hier in aller Öffentlichkeit durch, was den Druck auf alle Beteiligten natürlich erhöhte. Die Tatsache, dass der neue GT-R eine 24-Stunden-Distanz gleich im ersten Anlauf durchgestanden hat, spricht für die solide Grundkonstruktion des Autos.“

„Wagen lief wie ein Uhrwerk“
Ex-Formel 1-Fahrer und GT-R-Debütant Anthony Davidson zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Bis auf den einen technischen Zwischenfall lief der Wagen wie ein Uhrwerk. Vor allem der Motor hat sich als extrem robust erwiesen, obwohl wir ihn das ganze Wochenende richtig hart gefordert haben. Es ist niemals einfach, einen neuen Wagen für ein 24 Stunden Rennen vorzubereiten. Aber das Team hat einen phantastischen Job gemacht, um den Wagen bis ins Ziel zu bringen.“

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