Alle vier GT-R unter den Top Ten

Mai 17th, 2011 von Tino Güttler

  • Bernoldi/Hughes als beste Nissan Crew auf Rang vier
  • Luhr/Krumm (Platz 9) büßen beim Boxenstopp wertvolle Zeit ein
  • Starke Mannschaftsleistung auf einem für den GT-R nicht idealen Kurs

Auf einer Strecke, die aufgrund vieler langsamer und enger Kurven dem GT-R nicht gerade auf den Leib geschneidert ist, hat Nissan am Sonntag eine starke Mannschaftsleistung abgeliefert. Vor 45.000 Zuschauern rund um den Sachsenring landeten alle vier GT-R im Finalrennen unter den Top Ten. Mit den Plätzen vier, sechs, sieben und neun sammelten die Teams Sumo Power und JR Motorsport wertvolle Punkte im Kampf um die WM-Titel bei den Fahrern und Teams.

Vor einer Woche hatte Nissan in Portimao an der Algarve noch fünf der insgesamt sechs möglichen Podiumsplätze erobern können – diesmal reichte es auf einem völlig anderen Kurs als Maximum zu zwei vierten Plätzen durch die brasilianisch/britische Paarung Enrique Bernoldi/Warren Hughes. Lucas Luhr und Michael Krumm – in Portugal noch Sieger im Hauptrennen – mussten sich mit den Rängen elf und neun sowie insgesamt zwei WM-Zählern bescheiden.

Lucas Luhr: „Es war schon vorher klar, dass es auf dem Sachsenring für Nissan hart werden würde. Nicht nur wegen der 45 Kilogramm Zusatzgewicht, die unserem GT-R als ‚Belohnung‘ für den Sieg in Portugal aufgebürdet worden waren. Sondern auch wegen der Strecke, die dem Auto als Folge des relativ hohen Schwerpunkts nicht sonderlich zusagt.”

Am Samstag gingen Luhr/Krumm von Startplatz neun aus ins Qualifying-Rennen – und waren auch auf einem guten Weg nach vorn. „Wir konnten den Extra-Ballast so geschickt verteilen, dass die Balance unseres Autos nicht zu sehr beeinträchtigt wurde. Doch dann hatten wir nach dem Boxenstopp ein Problem mit dem zweiten Reifensatz – der Druck in den Pneus war zu niedrig. So verloren wir Platz und Platz und purzelten am Ende sogar noch aus den Top Ten.”

Im „Championship Race” am Sonntag ging es dann für die deutsche Paarung im GT-R des Teams JR Motorsport erneut zügig nach vorn. Luhr: „Wir arbeiteten uns bis auf Platz sechs vor, verloren dann aber wertvolle Sekunden durch einen zu langsamen Boxenstopp.” Folge: Nur Platz neun, nachdem Krumm kurz vor dem Ziel noch den Ford GT mit Startnummer 40 hatte passieren lassen müssen.

So war es an Warren Hughes, der den anderweitig verpflichteten Ricardo Zonta im zweiten Auto des Teams Sumo Power vertrat, mit Platz vier die beste Nissan-Platzierung herauszufahren. „Bedenkt man, wie wenig das Layout der Strecke unseren Autos zusagt, war es unter den gegebenen Umständen das bestmögliche Ergebnis.” Partner Enrique Bernoldi: „Ich musste mich mit Händen und Füßen gegen einen Aston Martin wehren, doch dann bekam er Probleme, was mir wieder etwas mehr Luft zum Atem einbrachte. Der Nissan ist ein wirklich ‚großes‘ Auto, und der Sachsenring besser geeignet für Fahrzeuge mit niedrigerem Schwerpunkt. Doch auf den geraden Stücken holten wir dank der überlegenen Höchstgeschwindigkeit des GT-R immer wieder auf. Außerdem scheinen wir die zu Beginn der Saison noch aufgetretenen Zuverlässigkeitsprobleme jetzt endgültig überwunden zu haben.”

Hinter Bernoldi/Hughes landeten die weiteren GT-R auf den Plätzen fünf (David Brabham/Jamie Campbell-Walter), sieben (Peter Dumbreck/Richard Westbrook) und wie erwähnt neun (Lucas Luhr/Michael Krumm).

Beim fünften Lauf der FIA GT1-WM in 14 Tagen rechnet sich Nissan auf dem schnellen und sehr flüssig zu fahrenden Kurs von Silverstone wieder Chancen auf Podiumplätze aus. Luhr: „Bis dahin dürfen wir das Zusatzgewicht wieder herausnehmen. Und es bleibt genügend Zeit, um Boxenstopps zu üben!”

FIA GT-1-WM, Meisterschaftsstand nach vier Läufen:
Teams/Punkte

  1. Hexis-AMR F Aston Martin 107
  2. All-Inkl.com Münnich Motorsport D Lamborghini 90
  3. Young Driver AMR D Aston Martin 87
  4. 4.JR Motorsport GB Nissan 85
  5. 5.Sumo Power GT GB Nissan 55

Fahrer

  1. Piccini/Hohenadel I/D Aston Martin 61
  2. Winkelhock/Basseng D/D Lamborghini 57
  3. Mücke/Turner D/GB Aston Martin 56
  4. Piccione/Dusseldorp MC/NL Aston Martin 42
  5. Dumbreck/Westbrook GB/G Nissan 39
  6. Krumm/Luhr D/D Nissan 39
  7. Schwager/Pastorelli D/I Lamborghini 32
  8. Campbell-Walter/Brabham GB/AUS Nissan 31

….
14. Enrique Bernoldi BR Nissan 24
15. Warren Hughes GB Nissan 15
16. Ricardo Zonta BR Nissan 9

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Nissan mit breiter Brust nach Sachsen

Mai 14th, 2011 von Tino Güttler

  • Nach Doppel-Sieg in Portimao reist Nissan selbstbewusst nach Sachsen
  • GT-R-Mannschaft von JR Motorsport liegt auf Platz 2 der Teamwertung
  • Portugal-Sieger Krumm/Luhr gehen mit 45 Kilo Zusatzgewicht ins Rennen

Beim dritten Lauf zur FIA GT1-WM im portugiesischen Portimao gelang Nissan am letzten Wochenende der erste Saisonsieg. Insgesamt belegten Nissan-Piloten fünf der sechs möglichen Podiumsplätze, nachdem im Qualifying-Lauf am Samstag zunächst drei GT-R-Teams das Podium okkupiert hatten. Im Hauptrennen am Sonntag reichte es für Nissan dann für die Plätze Eins und Drei: Die Vortages-Sieger Peter Dumbreck/Richard Westbrook mussten zwar – in Führung liegend – nach 27 Runden ihren GT-R mit Antriebsdefekt abstellen. Doch Michael Krumm im knapp dahinter liegenden zweiten Auto des Teams JR Motorsport war blitzschnell zur Stelle und holte sich mit Hilfe seines neuen Partners Lucas Luhr den ersten FIA GT1-Sieg seiner Karriere. Im Ziel lag die deutsche Paarung über fünf Sekunden vor dem zweitplatzierten Aston Martin. Es folgte auf Platz drei der erste der beiden GT-R des Teams Sumo Power Racing, pilotiert von David Brabham und Jamie Campbell-Walter.

Nur eine Woche nach dem aus Nissan-Sicht triumphalen Wochenende geht es für die insgesamt 18 Teilnehmer am kommenden Wochenende auf dem 3,7 km langen Sachsenring in den vierten WM-Lauf des Jahres. Der einstige Straßenkurs geht in seinen Ursprüngen auf das Jahr 1927 zurück, wurde aber seitdem mehrmals umgebaut – zuletzt 2002. Die bei Hohenstein-Ernstthal (zwischen Chemnitz und Zwickau) gelegene permanente Rennstrecke hat 14 Kurven und erinnert mit ihren hügeligen Passagen an den Nürburgring. Ist die Strecke im ersten Teil, der in Form eines Omega bergab um einen Hügel führt, eng und kurvig, dominieren im zweiten Teil teils sehr schnelle Kurven.

Michael Krumm: „Zum letzten Mal bin ich hier 1998 gefahren, das war noch vor dem Umbau. Die neue Strecke wird den Nissan wohl nicht ganz so in die Karten spielen wie zuletzt Portimao. Doch mit ein wenig Glück sehe ich absolut keinen Grund, warum wir nicht auch am Sachsenring ein gutes Resultat erzielen sollten.”

Lucas Luhr: „Durch den Sieg in Portugal müssen wir diesmal 45 Zusatz-Kilo mitschleppen, das könnte unseren Reifenverschleiß negativ beeinflussen. Das ist der Preis für den Erfolg – doch Zusatzgewichte beweisen doch auch, dass man seinen Job gut gemacht hat! Vor allem die schnellen Kurven am Sachsenring sollten unserem GT-R in jedem Fall gut liegen.”

„Wir wollen so viele Punkte wie möglich sammeln, um weiter im Titelrennen zu bleiben. Schließlich liegen wir aktuell an zweiter Stelle der WM-Fahrer- und Teamwertung – keine schlechte Ausgangsbasis bei noch sieben zu fahrenden Rennen”, steckt Michael Krumm schon mal die Taktik fürs Wochenende ab.

Eine Runde auf dem Sachsenring (Quelle: fiagt1.com)
Der Sachsenring wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren und ist alles andere als eine monotone, am Reißbrett entworfene Retortenpiste. Der Wechsel zwischen Steigungen (maximal 10 Prozent) und Gefällen (maximal 12,8 Prozent) sowie zwischen langsamen und ultraschnellen Passagen machen das Besondere des Rings aus. Turn 1 (Coca Cola-Kurve) wird aus Vollgas scharf angebremst und im 2. Gang durchfahren. In dieser recht lang gezogenen Rechts-Haarnadel kommt es beim Start oft zu Kollisionen und Drehern.

Wichtig ist in jedem Fall ein guter Ausgang. Denn es folgt mit Turn 2 ein langer, schneller Linksknick. Das Anbremsen von Turn 3 ist diffizil, denn hier geht es erstmals bergab ins „Castrol-Omega”. Ein langer Rechtsbogen, der den linken Vorderreifen stark beansprucht. Viel Zeit gutmachen kann man am Ausgang (Turn 4), weil es nun zur Abwechslung bergauf geht. Turn 3 und 4 sind im Grunde genommen eine Kurve, welche die Fahrer zusammenhängend fahren.

Mit Turn 5, 6 und 7 folgen drei Linksschwenks in Folge – erneut Schwerstarbeit für die Vorderreifen. Nach der schnellen „5″ folgen mit „6″ und „7″ (Sternquell) wieder zwei Biegungen, die als eine umrundet werden können. Vor Turn 7 wird leicht gebremst, ehe es sehr flott bergab zu Turn 8 (Karthallen-Kurve) weitergeht. Es schließt sich eine Gerade an, ehe Turn 9 angebremst werden muss. Danach zieht das Asphaltband wieder bergauf, zu den beiden Highspeed-Kurven 10 und 11. Kurzfristig fahren die Fahrer hier „blind”. Turn 12 (Fahrerlager-Kurve) ist keine wirkliche Kurve, eher ein leichter Rechts-Knick, der absolut voll geht. Dabei wird der Wagen spürbar leicht, denn die Autos preschen über eine Kuppe, nach der die Fahrbahn sofort abfällt. Die Fahrer sind hier im schnellsten Abschnitt des Kurses.

Nach einem längeren Geradeausstück wartet Turn 13 (Sachsen-Kurve), eine mittelschnelle Links, etwas mehr als 90 Grad im Radius. Mit Turn 14 (Queckenberg-Kurve) beschließt der letzte Richtungswechsel die Runde. Hier ist es noch einmal wichtig, so viel wie möglich Schwung aufzubauen. Denn die nun folgende Start-und-Ziel-Gerade steigt zunächst noch an, ehe sie (erst im letzten Drittel) leicht abfällt. Turn 14 ist ein guter Punkt, um einen Konkurrenten auszubremsen. Grund: Die Bremszone liegt in einem Bergaufstück, entsprechend wird „auf der letzten Rille” verzögert. Vor allem in der letzten Runde kann man hier das Rennen noch für sich entscheiden!

Stand der FIA GT1 vor dem 4. Lauf auf dem Sachsenring:
Teams Punkte

  1. Hexis AMR 73
  2. JR Motorsport (Nissan) 72

All-Inkl.com Münnich Motorsport 72

  1. Young Driver AMR 68
  2. Swiss Racing Team 32
  3. Sumo Power GT (Nissan) 30

Fahrer Punkte

  1. Basseng/Winkelhock 57
  2. Krumm/Luhr (Nissan) 37

Mücke/Turner 37
……
Dumbreck/Westbrook (Nissan) 32
…….
Brabham/Campell-Walter (Nissan) 21

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Zwei Deutsche im Finale

Mai 11th, 2011 von Tino Güttler

  • Meyenborg und Welcke gewinnen Regionalentscheid in Salzburg
  • Gesamtsieger wird Mitte Juni in Silverstone ermittelt
  • Gewinner startet Anfang 2012 beim 24-Stunden-Rennen in Dubai

Die GT Academy 2011 von Nissan und Sony PlayStation(r) tritt in ihre entscheidende Phase. Beim großen deutsch-österreichischen Regionalentscheid in Salzburg konnten sich die beiden deutschen Nachwuchs-Rennfahrer Sascha Meyenborg (Bayern) und Alexander Welcke (Hessen) für das sechstägige Race-Camp qualifizieren, das Mitte Juni im britischen Silverstone stattfindet. Dort kämpfen die beiden Piloten mit den besten Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern um einen Platz im Nissan 370Z beim 24-Stunden-Rennen von Dubai Anfang 2012.

Die 2008 ins Leben gerufene GT Academy schlägt auf einzigartige Weise eine Brücke zwischen der virtuellen Welt des Computerspiels und der realen Motorsportwelt. Möglich macht es die höchst realistische Anmutung des Rennspiels GranTurismo5 für PlayStation(r)3. Dort sind weltweit nahezu alle bedeutenden Rennstrecken mit maximaler Detailtreue enthalten, in der neuesten Ausgabe des Spiels neben der Nordschleife des Nürburgrings auch der Grand-Prix-Kurs und die Strecke des 24-Stunden-Rennens in der Eifel. Der Grundgedanke der GT Academy: Wer sich auf den originalgetreuen Rennstrecken mit ebenfalls der Realität exakt nachempfundenen Rennfahrzeugen gegen die Konkurrenz durchsetzt, der kann dieses Fahrtalent auch am Steuer eines echten Rennwagens umsetzen.

Dass dieser Sprung zwischen den Welten tatsächlich funktionieren kann, hat Lucas Ordonez bewiesen. Der spanische Sieger der ersten GT Academy 2008 wurde ein Jahr später beim GT4 Europacup Zweiter und erreichte 2010 den vierten Rang. Auch der Franzose Jordan Tresson, der die GT Academy im vergangenen Jahr gewann, konnte sich auf Anhieb in der GT4 Serie etablieren und fuhr zusammen mit Ordonez auf den vierten Platz.

Beim deutsch-österreichischen Finale in Salzburg gingen insgesamt 16 deutsche Teilnehmer und fünf Österreicher an den Start, die sich zuvor in einer Online-Competition dank ihrer besten Rundenzeiten bei GranTurismo5 gegen mehr als 13.000 Mitbewerber durchgesetzt hatten. Das Regionalfinale bestand aus verschiedenen virtuellen Rennen mit der PlayStation(r)3 auf dem Nürburgring, in Suzuka und in Laguna Seca sowie aus diversen realen Fahrtests am Steuer eines Nissan 370Z. Zudem mussten die Kandidaten bei Fitnesstests und einer simulierten Pressekonferenz beweisen, dass sie alle Aufgabenbereiche eines erfolgreichen Motorsportlers beherrschen.

Am besten gelang dies Sascha Meyenborg und Alexander Welcke, die nun Mitte Juni nach Silverstone zum großen Finale fahren. Dort tauschen sie endgültig die Spielekonsole gegen den Rennanzug und werden bei einem sechstätigen intensiven Rennfahrertraining auf verschiedenen Nissan Modellen in ihren fahrerischen Fähigkeiten geschult. Bewertet werden dabei auch die körperliche Fitness und die mentale Einstellung. Der Gesamtsieger darf sich schließlich mit einem Intensivtraining auf den Erwerb einer internationalen Rennlizenz vorbereiten und bei erfolgreichem Abschluss Anfang 2012 in einem Nissan 370Z beim 24-Stunden-Rennen in Dubai an den Start gehen.

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