Drei LMP2-Prototypen mit Nissan Power

Juni 8th, 2011 von Tino Güttler

  • GT Academy-Sieger Lucas Ordonez erfüllt sich einen Jugendtraum
  • Nissan liefert V8-Motoren an drei Teams der LMP2-Kategorie
  • Rennsportversion des Nissan LEAF erstmals außerhalb Japans zu sehen

Mit dem Start beim berühmtesten Langstreckenrennen der Welt, den 24 Stunden von Le Mans, geht am kommenden Wochenende (Start: Samstag 15 Uhr) für Lucas Ordonez ein Jugendtraum in Erfüllung. „Von Le Mans habe ich schon als Zehnjähriger geträumt”, sagt der erste Sieger der Nissan/PlayStation GT Academy und diesjährige Stammpilot auf dem Signatech Nissan der Kategorie LMP2. Seit seinem Erfolg bei dem Wettbewerb hat sich der Spanier vom nur virtuellen Siegpiloten zum echten Profirennfahrer entwickelt. „Schon der Le-Mans-Testtag im April war ein Erlebnis. Auf meiner ersten Runde fing es an zu regnen, daher ließ ich es auf der Mulsanne-Geraden langsam angehen. Doch bald genoss ich die Fahrt durch all die berühmten Kurven und kann den Start nun kaum noch abwarten”, freut sich Lucas.

Nissan seit 1986 in Le Mans dabei

Nissan blickt auf eine lange Le-Mans-Geschichte zurück. Erstmals trat das Unternehmen 1986 mit zwei R85V in der Sarthe an. In den 1980er und 90er Jahren beteiligte man sich mit GT- und Prototypen am weltberühmten Klassiker – vom R90CK, der 1990 die Pole Position holte, über den R390 GT1, Dritter im Gesamtklassement 1998, bis zum R391 von 1999.  Nach elfjähriger Abstinenz feiert Nissan nun als Motorenlieferant sein Le-Mans-Comeback. Der VK45 DE V8-Motor geht an die Teams Signatech Nissan, Greaves Motorsport und Oreca Matmut.

Zugleich gibt das Unternehmen in Frankreich einen Vorgeschmack auf eine mögliche Motorsportdisziplin der Zukunft: Erstmals wird der komplett neu entwickelte Elektro-Rennwagen Nissan LEAFTM NISMO RC außerhalb von Japan live zu sehen sein – zunächst am Donnerstagabend (zwischen der vorletzten und letzten Trainingssitzung für das 24 Stunden Rennen) und dann nochmals am Samstagmorgen – wenige Stunden vor dem Start der „24 Heures du Mans”.

AUTO - 6 HOURS OF SPA 2011

AUTO - 6 HOURS OF SPA 2011

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Eddie Irvine stellt das Reifezeugnis aus

Juni 8th, 2011 von Tino Güttler

  • Die zwölf Finalisten der GT Academy treten in Silverstone zum Finale an
  • Nissan und Sony gewinnen Ex-Formel-1-Star Eddie Irvine als Chef-Juror
  • Anspruchsvolle Fahrtests mit Nissan 370Z und GT-R auf der Grand-Prix-Piste

Nissan und Sony Computer Entertainment Europe (SCEE) haben eine hochkarätige Jury für das diesjährige GT Academy „Race Camp” in Silverstone (13. – 16. Juni) zusammengestellt. Der Formel-1-Vizeweltmeister von 1999, Eddie Irvine, übernimmt für dieses Jahr den Jury-Vorsitz; er wird unterstützt von weiteren hochqualifizierten Profis, welche die zwölf Finalisten der GT Academy 2011 in die hohe Kunst des Rennfahrens einführen und am Ende den Besten zum Sieger küren wollen.

Zu den neben Irvine verpflichteten Mentoren zählen der aktuelle italienische Formel-1-Pilot Vitantonio Liuzzi, der dreimalige Le-Mans- und Grand-Prix-Sieger Johnny Herbert, der holländische Spitzenpilot Jeroen Bleekemolen und die „Königin des Nürburgrings”, Sabine Schmitz. Direkt von ihrem Einsatz bei den 24 Stunden von Le Mans (11./12. Juni) stoßen der erste Sieger der GT Academy, Lucas Ordonez (Spanien), und sein französischer Teamkollege Franck Mailleux zum Jurorenteam.

Über 90.000 virtuelle Rennfahrer auf der PlayStation3 von Sony hatten sich europaweit an den diversen Ausscheidungsrunden beteiligt. Nun kommen die besten Absolventen der GT Academy aus Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien und Großbritannien in der „Heimat des britischen Motorsports” zum finalen Shoot-out zusammen.

Die für die Endausscheidung zusammengestellten Prüfer haben eine Reihe anspruchsvoller Fahrtests vorbereitet, bei denen die Teilnehmer am Steuer eines Nissan 370Z und eines Nissan GT-R beweisen müssen, ob sie ihr bislang nur virtuelles Fahrtalent von der Grand-Turismo-5-Konsole auf die reale Rennstrecke übertragen können. Zugleich warten physische und mentale Tests auf sie. Denn schnelle Rundenzeiten allein reichen nicht, um zum erfolgreichen Profipiloten zu promovieren.

Der Sieger der GT Academy 2011 erhält als Lohn ein umfangreiches Fahrer-Aufbauprogramm. Schon im Januar 2012 darf er dann beim 24-Stunden-Rennen von Dubai auf einem nach dem seriennahen Reglement der Gruppe 4 vorbereiteten Nissan 370Z erstmals echte Rennluft schnuppern.

Der Nordire Eddie Irvine, viermaliger Grand-Prix-Sieger auf Ferrari, will so viele Erfahrungen wie möglich an die jungen GT-Akademiker weitergeben. Er agiert Seite an Seite mit GT-Academy-Chefpilot Rob Barff, der auf lange Erfahrungen am Steuer von GT-Wagen und Le-Mans-Prototypen zurückgreifen kann.

„Die Beliebtheit der GT Academy überrascht mich nicht”, sagt der 45jährige Irvine. „Es ist sehr schwer, im Motorsport Fuß zu fassen. Daher ist dieser Wettbewerb mit seinem wertvollen Hauptpreis so attraktiv für junge Talente. Die Teilnehmer haben ihr Können alle bereits auf der Spielekonsole unter Beweis gestellt – nun müssen wir herauszufinden, wer das Potenzial zum echten Rennfahrer hat. Wir wollen ein neues Rennsporttalent aus dem Hut zaubern und dementsprechend hart sind die Tests und die Kriterien, nach denen die Jury zu entscheiden hat.”

Mehr Informationen zur GT Academy sowie weitere News und Meinungen finden Sie hier:

www.facebook.com/GTAcademy; http://eu.gran-turismo.com; www.twitter.com/GTAcademy

GT Academy 2011

GT Academy 2011

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Krumm/Luhr gewinnen GT1-Krimi

Juni 6th, 2011 von Tino Güttler

  • Deutsche Nissan-Paarung holt die legendäre „Tourist Trophy”
  • Superschneller Boxenstopp entscheidet den GT1-Thriller von Silverstone
  • GT-R-Duo übernimmt zur Halbzeit die Führung im WM-Zwischenklassement

Michael Krumm und Lucas Luhr haben Nissan beim fünften von zehn Läufen zur FIA GT1-WM in Silverstone ein Traumergebnis beschert. In einem von zahlreichen Kollisionen, leichten Regenschauern und einer Safety-Car-Phase begleiteten Rennen hatte Luhr den führenden Aston Martin dank eines schnelleren Boxenstopps der Nissan-Crew überholen können. In der Schlussphase wehrte er erfolgreich die teils heftigen Attacken seines deutschen Landsmann Alex Müllers ab und sicherte sich trotz Bremsproblemen am GT-R den vielumjubelten Sieg. Der Triumph bei der legendären Tourist Trophy und der zweite Platz im samstäglichen Qualifying Rennen katapultierte das deutsche Duo auf den ersten Platz im WM-Zwischenklassement; in der Teamwertung verbesserte sich ihre Einsatzcrew JR Motorsports auf Platz zwei. Nach dem Ausfall von zwei GT-R durch Kollisionen landeten Enrique Bernoldi/Warren Hughes als einzige weitere Nissan-Crew auf Platz sieben.

Schon nach den Positionen zwei (Krumm/Luhr) und vier (Bernoldi/Hughes) im Qualifying-Rennen am Samstag war klar: Der Kurs von Silverstone würde den Nissan GT-R weitaus mehr liegen als 14 Tage zuvor der enge Sachsenring. Nach dem Start des Hauptrennens lag Michael Krumm zunächst auf Platz zwei hinter dem Aston Martin des Tschechen Tomas Enge. Auf den Plätzen zwölf bis 14 rangierten die beiden schon in der ersten Runde des Samstagsrennens verunfallten GT-R mit Richard Westbrook und Jamie Campbell-Walter sowie – in deren Sandwich – Warren Hughes. Der Silverstone-Vorjahressieger hatte beim Start eine extrem weite Linie nehmen müssen und neun Plätze eingebüßt.

An der Spitze setzten sich Enge im Aston Martin DBR9, Krumm im GT-R und Mike Hezemans in einer Corvette Z06 bald vom Rest des Feldes ab. Dahinter wühlte sich Westbrook im JRM-Nissan mit einigen sehenswerten Aktionen auf Platz neun vor. Doch im Kampf um P8 fuhr ihm Stefan Mücke (Aston Martin) in die Flanke – was für beide Autos das Aus bedeutete.

Dieser aus Nissan-Sicht bedauerliche Vorfall brachte das Safety Car auf die Strecke. Weil sich kurz darauf auch das Boxenstoppfenster öffnete, nutzten alle Teams diese Phase zum spontanen Pflichtboxenstopp. Anders als am Vortag (und auch am Sachsenring) war Nissan diesmal entscheidende Sekunden schneller als die Konkurrenz. Folge: Als Lucas Luhr zurück auf die Strecke preschte, tat er dies als Führender! Auch die beiden Sumo-Power-GT-R wurden blitzschnell abgefertigt, was sie auf die Plätze sechs und sieben vorspülte.

Doch kaum war das Safety Car wieder verschwunden, bahnte sich das nächste Drama an. Diesmal erwischte es im Mittelfeld gleich fünf Autos auf einen Streich -mitten unter ihnen die beiden Sumo-Power-Autos von David Brabham und Enrique Bernoldi. Während für den Australier danach Feierabend war, fiel der Brasilianer zunächst auf Platz neun zurück.

Im Kampf um den Tagessieg entspann sich danach ein Duell bis aufs Messer zwischen Luhr und Müller. Während der Nissan-Pilot – auch am TV deutlich sichtbar – mit Bremsproblemen haderte, gelang es Müller kurz vor Schluss, die Nase seines Aston Martins nach vorne zu schieben. Doch Luhr konterte – mit zwei Rädern auf dem Gras – eiskalt, wobei sich beide Wagen sogar noch leicht berührten.

Michael Krumm nachher: „Das war ein sensationeller Tag für Nissan! Lukas und ich können sehr stolz darauf sein, dass unsere Namen nun auf der berühmten RAC Tourist Trophy eingraviert werden. Ich war 2010 ein wenig eifersüchtig, als Jamie Campbell-Walter und Warren Hughes sie erstmals für Nissan gewannen. Denn diese seit 1905 vergebene Trophäe hat eine besondere Bedeutung im Motorsport. Daher ist dieser Sieg auch einer der wichtigsten in meiner Karriere.” Zum Rennen selbst sagte der Reutlinger: „Leider gelang es mir am Start nicht, den Aston Martin zu überholen. Danach hieß unser Ziel, bis zum Boxenstopp so nah wie möglich an Enge dranzubleiben. Um dann in der Boxengasse die Führung zu übernehmen.”

Der Plan ging denn auch genauso auf. Daher ließ der Koblenzer Lucas Luhr auch keinen Zweifel daran, wer am Sonntag in erster Linie den Sieg sicherte: „Der Schlüssel zum Erfolg lag heute in der phantastischen Arbeit unserer Mechaniker beim Boxenstopp. Es war danach gar nicht so einfach, meine Position zu verteidigen, da es zunächst nieselte. Und hinter mir machte Alex Müller mächtig Druck. Wir lieferten uns einen harten, aber fairen Kampf. Fünf Runden vor Schluss begannen dann die Bremsen nachzulassen. In der vorletzten Runde war Alex dann einmal kurzzeitig auf gleicher Höhe, doch ich hatte für die nächste Linkskurve die günstigere Linie und blieb vorn. Ich kann mich an kein Rennen erinnern, nach dem ich hinterher so laut ins Mikrofon gebrüllt habe!”

Der sechste Lauf zur FIA GT-WM findet am ersten Juli-Wochenende auf dem Kurs von Navarra in Spanien statt.

FIA GT-1-WM, Meisterschaftsstand nach fünf von zehn Läufen:

Teams

  1. Hexis-AMR F Aston Martin 125
  2. JR Motorsport GB Nissan 116
  3. Young Driver AMR D Aston Martin 113
  4. All-Inkl.com Münnich Motorsport D Lamborghini 106
  5. Sumo Power GT GB Nissan 67

Fahrer

  1. Krumm/Luhr D/D Nissan 70
  2. Winkelhock/Basseng D/D Lamborghini 67
  3. 3. Piccini/Hohenadel I/D Aston Martin 61
  4. Piccione/Dusseldorp MC/NL Aston Martin 56
  5. Mücke/Turner D/GB Aston Martin 56
  6. Enge/Müller CS/D Aston Martin 53
  7. Mike Hezemans NL Corvette 46
  8. Dumbreck/Westbrook GB/G Nissan 39
  9. Schwager/Pastorelli D/I Lamborghini 34
  10. Enrique Bernoldi BR Nissan 33
  11. Nick Catsburg NL Corvette 31
  12. Campbell-Walter/Brabham GB/AUS Nissan 31

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